Vom Labor auf die Soapbox: ML4Q bei Soapbox Science Rheinland

© Verena Becerra Vallejo, CECAD

Wer am 4. Juli durch Köln spazierte, fand sich möglicherweise plötzlich mitten in aktueller Spitzenforschung wieder. Auf einfachen hölzernen Soapboxen in der Innenstadt präsentierten Wissenschaftlerinnen und nicht-binäre Forschende von ML4Q, CECAD und CEPLAS ihre Arbeit der Öffentlichkeit. Trotz der sommerlichen Hitze blieben Passantinnen und Passanten stehen, hörten zu, stellten Fragen und beteiligten sich an den Diskussionen.

Zu den Vortragenden gehörte auch Isabelle Sprave von ML4Q, die den Besucherinnen und Besuchern den Quantum Bus, kurz QuBus, vorstellte. Um ihre Soapbox bildete sich eine kleine Gruppe, während sie erklärte, wie der QuBus verschiedene Bereiche eines Quantenchips miteinander verbinden könnte. Sie verglich ihn mit einer mikroskopisch kleinen Autobahn und zeigte, warum solche Verbindungen entscheidend sind, um größere und leistungsfähigere Quantencomputer zu bauen. Ihr Vortrag führte schnell zu Fragen über Quantenfehler, Skalierbarkeit und die Herausforderungen, die Forschende noch bewältigen müssen.

Nur wenige Schritte entfernt erfuhren die Besucherinnen und Besucher, warum Fledermäuse für die Alterungsforschung so interessant sind und was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den ungewöhnlichen Herzen der Nacktmulle lernen können.
Jede Soapbox eröffnete ein neues Forschungsgebiet. Wer zwischen ihnen wechselte, reiste von der Quantentechnologie über die Pflanzenwissenschaften bis hin zur Biologie des Alterns. So wurde Wissenschaft nicht nur zugänglich, sondern zu einem gemeinsamen Erlebnis mitten in der Stadt.

Eine Soapbox ist ursprünglich eine Holzkiste, die zum Transport trockener Waren wie Seife verwendet wurde. Im 19. Jahrhundert wurden solche Kisten zu Plattformen für spontane Reden von Politikerinnen und Politikern und förderten informelle politische Diskussionen im öffentlichen Raum. Das Konzept von Soapbox Science greift diese traditionsreiche Geschichte auf und verfolgt das Ziel, den wissenschaftlichen Diskurs zu vereinfachen und zu demokratisieren. Soapbox Science ist ein innovatives Wissenschaftskommunikationsformat, das 2011 in London ins Leben gerufen wurde und mittlerweile jedes Jahr in mehr als vierzig Städten in sechzehn Ländern stattfindet. Ziel ist es, Wissenschaft direkt zu den Menschen zu bringen, sie für alle zugänglich zu machen und gängige Vorstellungen darüber infrage zu stellen, wer Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler sein kann. Dazu bietet die Veranstaltung Wissenschaftlerinnen und nicht-binären Forschenden mit unterschiedlichen Hintergründen eine öffentliche Plattform. Soapbox Science Rheinland ist die regionale Ausgabe in Deutschland. Sie wird seit 2020 von einem engagierten Team aus Angehörigen der Universitäten Bonn, Köln und Düsseldorf organisiert.

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Winzige Quantenstrukturen. Ferne Sterne. Große Fragen. Am 3. Juli brachten ML4Q und der Exzellenzcluster DYNAVERSE all das bei der Nacht der Technik Köln zusammen.
Mehr als 60 Besucherinnen und Besucher kamen zu einem Abend mit Vorträgen, Laborführungen und persönlichen Begegnungen mit Forschenden. Sie entdeckten Neues, stellten Fragen und erlebten Wissenschaft außerhalb des Lehrbuchs.

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