Türen auf mit der Maus: Physik zum Anfassen

Einmal im Jahr öffnen zahlreiche Organisationen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Türen für neugierige Kinder und Familien beim Aktionstag „Türen auf mit der Maus“. Am 3. Oktober 2026 konnten mehr als 30 junge Besucherinnen und Besucher an den Physikalischen Instituten der Universität zu Köln erleben, wie vielfältig Physik sein kann – von winzigen Bakterien bis zu den Weiten des Universums. Die Institute für Astro-, Experimental-, Kern- und Biophysik gestalteten das Programm, das mit einer Einführung in die Biophysik startete und den Kindern verschiedene Mitmachstationen in kleinen Gruppen anbot. Für die Großen gab es eine Führung durch Kölns eigenen Teilchenbeschleuniger.

 

 

Von 3D-gedruckten Teleskopmodellen über selbst gebaute Spektroskope bis hin zu Bakterien im Forschungslabor: An den Mitmachstationen entdeckten die Kinder die Vielfalt der Physik. Sie lernten, wie mehrere Teleskope gemeinsam weit entfernte Sterne beobachten, wie Licht verrät, woraus Himmelskörper bestehen, und wie Forschende Bakterien untersuchen. Außerdem experimentierten sie mit einem Pendel, erkundeten Schwingungen und Frequenzen und reisten mit einer VR-Brille durch unser Sonnensystem. So konnten sie selbst bauen, messen, beobachten und ausprobieren, wie Wissenschaft funktioniert.

 

ML4Q-Station: Mit Klebeband zu neuen Quantenmaterialien

Wie dünn kann ein Material sein? An der ML4Q-Station zeigte Leyla Gulieva aus der Arbeitsgruppe von Professorin Annika Kurzmann, wie Forschende am Institut für Experimentalphysik besondere Materialien für Quantencomputer untersuchen. Im Mittelpunkt standen Graphit und Graphen: Graphit kennen wir alle aus Bleistiftminen. Graphen dagegen besteht aus nur einer einzigen, hauchdünnen Schicht von Kohlenstoffatomen. Mit einer überraschend einfachen Methode konnten die Kinder selbst versuchen, solche dünnen Schichten herzustellen: Mithilfe von gewöhnlichem Klebeband lösten sie immer dünnere Schichten aus dem Material heraus. Die sogenannte Scotch-Tape-Methode wird auch in der Forschung eingesetzt, um besonders dünne Materialien zu gewinnen. So erhielten die Kinder einen Einblick in die Arbeit mit Quantenmaterialien, die eines Tages eine wichtige Rolle in Quantencomputern spielen könnten.

Ein herzliches Dankeschön an alle Forschenden und Helfenden, die diesen Tag möglich gemacht und den Kindern gezeigt haben, wie spannend es ist, die Welt mit den Augen der Wissenschaft zu entdecken.

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